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  • Mag. Victoria Herzl

TRAUMA – Wurde die Eiskönigin (Frozen) traumatisiert?

Aktualisiert: 7. Feb. 2021

© Walt Disney Studios
© Walt Disney Studios

Als Trauma-Therapeutin beantworte ich heute für Sie folgende Fragen:


Woran erkennt man eine Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen?


Symptome - im Kindesalter vielfältig

Bei Kindern kann sich eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) im Verlust bereits erworbener Fähigkeiten äußern, z.B., dass sie wieder einnässen oder Albträume entwickeln.

Aber auch Wutanfälle, klammerndes Verhalten, Weinen, Rückzug oder Agitiertheit können ein Alarmzeichen für eine Traumatisierung sein. Bei Jugendlichen kann selbstverletzendes oder Risikoverhalten dazu kommen. Diffuse Angst- und Vermeidungssymptome werden im Jugendalter zunehmend konkreter und jenen im Erwachsenenalter ähnlicher.


Wie kann man eine Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen behandeln?

Oberstes Gebot: Sicherheit!


Diagnostik - kindsgerecht

Es geht der Behandlung meist ein Gespräch oder eine Diagnostik voraus, in dem etwaige Belastungsstörungen erfasst werden. Eltern- wie Kinderinterviewverfahren können angewendet werden (auch in Cartoonform und speziell für Dissoziation).

Essentiell ist die Sicherheit in der therapeutischen Beziehung (Schutzräume werden gewährt, Erlaubnisse eingeholt), die Kinder werden zunächst gestärkt und Stabilisierungsübungen (z.B.: innerer sicherer Ort) gemacht.


Aufklärung auch bei Kindern - den "inneren Wachhund" beruhigen

Es kann kindsgerecht darüber informiert werden, wie die „Alarmanlage“, die in Dauerbetrieb ist, beruhigt werden kann (sog. "Psychoedukation") und erklärt werden, warum sie in bestimmten Situationen überreagiert.



Vereinfacht erklärt wird die Information nicht vollständig vom Hippocampus, jener Region, in der die Gedächtnisinhalte gespeichert werden, verarbeitet, sondern befindet sich in einer Art Dauerschleife.


Stabilisierung - Eine wichtige Voraussetzung für Trauma-Bearbeitung

Für Stabilisierung, z.B. bei unzureichender Affektregulation, muss das Kind erst in die Zone zwischen Übererregung („Hyperarrousal“) und dem Erstarren („Freezing“/„Numbing“) gebracht werden, in der Verarbeitung überhaupt möglich ist.


Posttraumatisches Spiel

Kinder reinszinieren ihre Traumata oft im Spiel. Aufgabe der PsychologIn ist es, viele Helfer ins Spiel einzubauen und einen positiven Abschluss der Geschichte zu finden!


Geschichten erzählen - „Narrative Methoden“

Die Psychologin ist manchmal so fleißig, dass sie sich speziell für den kleinen Klienten (etwa auch gemeinsam mit den Eltern) eine Geschichte ausdenkt, die aber einen ganz bestimmten Aufbau und Inhalt hat! (Also bitte nicht selbst probieren ☺).

Aus der Distanz betrachtete - Wie im Film ...

Bei der sog. Bildschirmtechnik hat die Therapeutin Bildschirm und Fernsteuerung (gebastelt oder aufgezeichnet) und übt so mit dem Kind/Jugendlichen ein, sich vom Erlebten zu Distanzieren. So werden die Belastungen deutlich reduziert.






Auch die ganz Kleinen ...

Auch wenn ihr zwei-Jähriges Kind sich plötzlich nicht mehr angreifen lassen möchte oder panische Angst vor dem Arzt hat, kann Traumatherapie helfen!


Die „EMDR“-Methode hilft bei der Trauma-Verarbeitung ...

Bei der sogenannten EMDR-Methode (kurz für „Eye-Movement Desensitization Reprocessing“) wird die Verarbeitung und Integration des Traumas dadurch erleichtert, dass beide Hirnhälften gleichzeitig stimuliert werden, während das Trauma erinnert wird. Konkret wird das Kind in der Therapie dann einen „Zauberstab“ mit den Augen verfolgen oder wird links und rechts von einem selbstgewählten Stofftier angetippt, um die traumatischen Inhalte vollständig verarbeiten zu können.



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